RETTEN - BERGEN - LÖSCHEN - SCHÜTZEN

Unsere Chronik

Der Kalender zeigte den 5. April 1905 an, als sich eine Reihe von Männern aus Brensbach zusammen mit Bürgermeister Martin Friedrich versammelten, um in unserer Gemeinde eine „Freywillige Feuerwehr“ zu gründen. Es waren nicht überschäumende Momente der Begeisterung, die zu diesem Schritt geführt hatten, vielmehr war es die Folge von nüchternen und praktischen Überlegungen, eine einsatzfähige Löschtruppe aufzustellen, die im Notfall den Brandschutz gewähr­leisten sollte. Auch eine gewisse, christliche Grundeinstellung gegenüber dem Nächsten und eine Verpflichtung für die Mitbürger begünstigten diese Absicht.

Die Bedingungen unter denen die Gründer ihren freiwillig auferlegten Dienst verrichteten waren mehr als bescheiden. Vergleiche zur heutigen Zeit hinsichtlich Ausstattung und Ausrüstung, geschweige denn zum Gerät oder gar Fahrzeugpark, sind nicht zulässig. Sie bewirken allenfalls ein Schmunzeln. So wendete sich 1907 der Vorstand an die Gemeinde mit der Bitte, im Spritzenhaus elektrisches Licht installieren zu lassen, und noch 1914 bat man an gleicher Stelle um „Anschaffung eines Schrankes zwecks Aufbewahrung von Feuerwehr-Utensilien“.

Indessen wurden von Anfang an die Kameradschaft, ein gutes Klima und die Geselligkeit hoch geachtet und gepflegt. Bereits im Januar 1910 wurde der 1. Feuerwehrball abgehalten, zu welchem jedes Vereinsmitglied mit Frau und Kindern freien Eintritt hatten. Die kontinuierliche Aufbauarbeit wurde mit dem Ausbruch des 1. Weltkriegs jäh ge­stoppt. Die dienstfähigen Mitglieder der Wehr wurden eingezogen, manch einer kehrte nicht wieder zurück. Das Protokollbuch enthält während der Kriegsjahre 1914 – 1918 keinen Eintrag. Eine Art Notdienst hätte im Brandfalle die Löscharbeiten übernehmen müssen.

Gefallene Feuerwehrkameraden des 1. Weltkrieges:

Steinmetz, Philipp

Mösinger, Karl

Erst ab Juli 1919 konnte unter Präsident Fritz Friedrich die normale Vereinsarbeit wieder aufgenommen werden. Als erstes wurde der bereits 1914 an die Gemeinde geäußerte Wunsch nach Anschaffung eines Schrankes wiederholt. 

Die Zeit der Geldentwertung deutete sich an. So musste die  Generalversammlung von 1923 beschließen, das Gehalt des Vereinsdieners von 50 RM auf 500 RM zu erhöhen. Längst lagen die Geschicke der Freiwilligen Feuerwehr in den Händen von Friedrich Wilhelm Hofmann, der die Wehr länger als 25 Jahre führen sollte.

Die politischen Ereignisse bescherten der Feuerwehr auch einen neuen Status: noch vor Ausbruch des 2. Weltkriegs wurde sie zur „Feuerlöschpolizei“ erhoben.  

Ähnlich wie zum 1. Weltkrieg ausgeführt, gibt es auch während der Kriegsjahre 1939 – 1945 keinerlei Eintragungen im Protokollbuch. Die wehrpflichtigen Männer mussten zur Wehrmacht einrücken, wieder kehrten viele nicht mehr in die Heimat zurück. Die Lücken, die die Eingezogenen hinterließen, konnten nur notdürftig geschlossen werden, obwohl gerade in den Kriegstagen durch Kampfhandlungen mit erhöhter Brandgefahr gerechnet werden musste.

1939 bis 1945

Gefallene Kameraden:

Germann, Adam

Lehr, Wilhelm

Schanz, Jakob

Schäfer, Ludwig

 Vermisste Kameraden:

Büchler, Heinrich

Schwöbel, Karl Wilhelm

Erst ab 1948, nun ist bereits Jakob Friedrich III. Kommandant, darf wieder von einer Normalisierung im Vereinsgeschehen der Freiwilligen Feuerwehr berichtet werden. Der erste Feuerwehrball nach dem Kriege wurde drei Jahre nach dem Ende der Kampfhandlungen im „Gasthaus zur Post“ abgehalten.

Nachdem die Schrecken des Krieges allmählich verblassten, der Ausbildungs- und Übungsbetrieb wieder normal abliefen, durfte man sich auch wieder erfreulicheren Dingen im Vereinsleben zuwenden.

Auf der Generalversammlung von 1954 wurde beschlossen, „einen Spielmannszug zu organisieren“. In Horst Thomas stand der Feuerwehr ein Mann zur Verfügung, dessen hervorragendem Wissen und Können es zu verdanken war, dass der Spielmannszug bereits im August 1955, beim 50jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr, aufspielen konnte.

Das Fest zum 50jährigen Jubiläum wurde im August 1955 unter großer Beteiligung der Brensbacher Bevölkerung gefeiert. Zum Programm gehörten neben Totenehrung und Festübungen auch Festbälle in den Sälen der Gasthäuser „Zur Post“ und „Zum Odenwald“.

In den folgenden Jahren wurde die Schlagkraft der Freiwilligen Feuerwehr durch die Übernahme eines Löschfahrzeugs im März 1958 sowie durch die Anschaffung einer neuen Motorspritze im November 1959 entscheidend gestärkt. Ab Oktober 1962 konnte im Falle eines Brandes die Sirene zur Alarmierung benutzt werden. Um auch in Mummenroth den Brandschutz voll gewährleisten zu können, wurde im April 1967 ein Löschteich seiner Bestimmung übergeben.

Ein Höhepunkt in der Geschichte der Feuerwehr war die Ausrichtung des Kreis­spielmannszugtreffens vom 22.08. bis 24.08.1970. Im Rahmen eines großen Musikwettstreites um den „Goldenen Odenwaldpokal“ wurde damals das 65jährige Jubiläum unserer Wehr, sowie das 15. Gründungsjahr des Spielmannszuges gefeiert. Unvergessen sind bis heute die hervorragenden Darbietungen unserer holländischen Freunde vom Musikzug „Risoluto Amsterdam“.